Online Event – 5 Learnings

Ralf Schmitt

In den letzten drei Monaten seit Ausbruch der Corona-Pandemie haben die Impulspiloten als Experten für unkonventionelle Business-Events – live, digital und hybrid – bereits knapp 15 Online-Events erfolgreich umgesetzt. Wir freuen uns sehr darüber, unsere Projekte mit so vielen tollen zukunftsorientierten und innovativen Kunden und Partnern durchzuführen.

Bei unserem bisher größten digitalen und vor allem auch hybriden Projekt, gemeinsam mit Peter Brandl, Katja Porsch und Thorsten Jekel, haben wir den 24 stündigen Inspirational Marathon WE WILL THRIVE umgesetzt. Das Charity-Event wurde von Berlin und Hollywood aus zu Gunsten von Kinderlachen e.V. und No child hungry veranstaltet. Über 60 Speaker aus Deutschland, den USA und dem Rest der Welt teilten ihr Wissen, ihre Erfolgsrezepte und ihre Inspiration mit einem reinen Online-Publikum. Dabei nahmen wir als Projektteam nicht nur tolle Anstöße von großartigen und erfolgreichen Speakern mit, sondern sammelten natürlich auch mit diesem hybriden Event wieder viel Erfahrungen in der Planung, Konzeption und Durchführung:

#1 Ein Online-Event ist komplex

Natürlich müssen auch Live-Events gut geplant sein – keine Frage. Online Events müssen noch besser geplant sein. Denn:  hier arbeiten sehr viele Beteiligte dezentral und es werden viele Gäste der Veranstaltung jeweils von anderen Orten in den Stream dazu geschaltet. Zu jedem Beitrag im Stream gehören komplexe Überlegungen, Vorbereitungen und technische Entscheidungen zu Bild, Eingangston, Ausgangston, Schnitt, Übertragunsverzögerung, Onboarding, integration von zusätzlichen Medien und vieles mehr.
Ein kleines Beispiel: Auf einer Live-Bühne einen Speaker im Anschluss noch spontan zu interviewen sorgt zwar im Orga-Team für Aufregung, ist vor Ort aber relativ einfach zu organisieren. In der digitalen Welt hängen an dieser Beispielsituation viele einzelne Gewerke, die präzise ineinandergreifen müssen, damit der Onlinezuschauer am Ende ein optimales Streamingerlebnis erhält.

#2 A perfect match: Technik und Projektleitung

Da der technische Anteil bei Online-Events einen sehr großen Teil zum Gelingen einer digitalen Veranstaltung trägt, gehen die Projektleitung und die Technikleitung bereits am Anfang der Planung mehr als eine Job-Ehe ein. Am besten sie werden zu siamesischen Zwillingen, damit die optimale Dramaturgie eines Online-Events reibungslos mit der technischen Umsetzung verknüpft ist.

#3 Guter Ton ist Gold wert

Für die Qualität eines Beitrages für eine Veranstaltung hat der Ton absolute Priorität. Das Mikro am Rechner ist dazu nicht ausreichend (nein, wirklich nicht!).  Es gibt aber schon günstige Ansteckmikros oder Headsets zu kaufen, die einen enormen Qualitätsunterschied machen.  Diese Investition zahlt maßgeblich auf das Streamingerlebnis der Zuschauer ein und steigert so auch die Aufmerksamkeit auf den Inhalt.

#4 Content ist nicht King sondern Kaiser!

Beiträge für eine Online-Veranstaltung sollten auf das Medium und die Sehgewohnheiten der Zuschauer im Internet angepasst werden. Wichtig sind dabei kurze, knappe Einheiten die dem Zuschauer einen deutlichen Nutzen und Mehrwert bieten. Dauern Vorträge in der analogen Welt zwischen 30-60 Minuten sind im Live-Stream eher 15 -20 Minuten eine angemessene Länge, um die Aufmerksamkeit am Bildschirm zu halten.

#5 Das Internet ist launisch

Ein digitales Event kann noch so gut vorbereitet und abgesichert sein, wenn das Internet knirscht, gilt es zu improvisieren. Ein Kollege aus meinem Technikteam brachte es vor kurzem auf den Punkt: „Das Internet ist eine bitch“…  Ein drei Mal geprüfter Server fällt aus, alle Mitarbeiter eines Kunden schalten sich zeitgleich in den Stream und senken die Übertragungsrate bis zum Stillstand oder der Ton kommt eine Minute Zeitversetzt zum Bild.

Eines ist sicher: Irgendetwas wird nicht rund laufen.  Da hilft es sehr, einen Notfallplan in der Tasche zu haben um das Troubleshooting zu überbrücken.

Bleibt flexibel!

Euer Ralf Schmitt und das Team der Impulspiloten

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