Experten-Talk # 18: Stimme & Sprechen

Experten-Talk Impulspiloten

Für Bühnenprofis ist die Stimme ein oft unterschätztes Werkzeug bei der Arbeit. Klar, ist sie weg können wir nicht arbeiten. Aber Stimme kann noch so viel mehr leisten, als nur Informationen zu transportieren. Monika Hein ist Stimmexpertin, Coach, Speaker und Buchautorin. Sie erklärt mir im Experten-Talk, warum wir unsere Stimme pflegen sollten und wie wir unsere Stimme bewusst einsetzen können um Konflikte besser zu handhaben – aber auch um attraktiver und kompetenter zu wirken.

Dein Instrument – die Stimme

Monika Hein ist eine echte Expertin in Sachen Stimme, die es ganz wunderbar schafft, die geballte Theorie zu diesem Thema in leicht verständliche Bilder zu verpacken. Wenn Du an Deiner Stimme arbeiten möchtest hast Du dazu ein Mischpult zur Verfügung, an dem Du drei Regler bedienen kannst:

  1. Dein Körper
  2. Deine Atmung
  3. Stimmübungen.

Ein Bewusstsein über diese 3 Regler Deines Stimmmischpultes kann Dir sehr nützlich sein. Hören wir den Klang einer Stimme zum ersten Mal, verbinden wir damit automatisch bestimmt Eigenschaften. Besonders am Telefon vermittelt der Stimmklang bei unserem Gegenüber etwa einen Eindruck von Attraktivität, Alter, Kompetenz oder Bildung. Ob das der Realität entspricht steht allerding auf einem anderen Blatt.

Darüber hinaus kannst Du mit dem Klang Deiner Stimme auch den inhaltlichen Verlauf eines Gespräches beeinflussen. In einer Konfliktsituation bewusst ruhig und tief zu sprechen kann die Situation beispielsweise entschärfen.

Stimme pflegen vor Auftritten

Damit unser Instrument Stimme auf der Bühne, wenn es darauf ankommt, seine volle Kraft entfalten kann hat Monika ein paar Praxistipps, die man bereits am Vortag des Auftrittes beachten sollte.

  1. Viel trinken
  2. Vor Zugluft schützen
  3. Die Stimme am besten schon am Vortag keinen extremen Reizen aussetzen. Das hängt ein bisschen von den individuellen Voraussetzungen ab, können aber neben den offensichtlichen Faktoren wie Kälte, starke Beanspruchung der Stimme auch solche Dinge sein wie scharfes Essen oder Rotwein.
  4. Generell ist jede Stimme und jeder Körper anders und Du solltest einmal genau darauf achten, was Dir persönlich guttut.

Stimmübungen zum Aufwärmen und Entspannen

Eines vorweg: Eitelkeit ist beim Stimmtraining völlig fehl am Platz. Monika rät dazu, die Lockerungsübungen eher im abgeschiedenen Teil des Backstagebereiches durchzuführen, weil sie auf den ersten Blick dann doch vielleicht etwas irre wirken könnten.
Damit die Stimme auch im Körper ihre Resonanz und damit ihr volles Potential entfalten kann braucht sie Platz. Ganz im wörtlichen Sinne. Bauch einziehen ist damit kontraproduktiv. Du solltest ganz bewusst Deinen Bauch „ploppen“ lassen. Denn tief und bewusst zu atmen ist für Monika ein wichtiger Teil der Selbstführsorge. Einige Lockerungs- und Erste Hilfe-Übungen wie:

  • Trabbi-Übung
  • „Hasenschnuppern“
  • Und „Erschrockener Goldfisch“

erklärt Monika im Video unten noch ausführlich zum Mitmachen.

Wie klingt meine Stimme besser?

Der Schlüssel zu einer angenehmen Stimme liegt in einem Dreiklang aus einem entspannten Kehlkopf, einer soliden Atmung und einer guten Körperhaltung. Monika nutzt für das Erspüren des eigenen Kehlkopfes die Fahrstuhl-Metapher. Dein Kehlkopf sollte beim Sprechen locker nach unten fallen. Je angespannter und weiter oben Dein Kehlkopf im Hals sitzt, desto gepresster wird die Stimme nach außen gebracht. Mit ein paar kleinen Selbstversuchen wirst Du schnell merken, wie Du Deinen Kehlkopf tatsächlich in die unterschiedlichen Etagen schicken kannst und welche Effekte Du damit in Deiner Stimme erzielst.

Die Melodie und Dramatik in Deiner Stimme kannst Du durch die Körperhaltung beeinflussen. Besonders am Telefon kann es in bestimmten Situationen wichtig sein, sich hinzustellen, um seinen gesamte Resonanzköper zu entfalten. Gestikulieren mit den Händen – auch wenn man es am Telefon nicht sieht – überträgt eine besondere Energie auf die Stimme und lässt das Gesagte anregender klingen.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Hasenschnuppern und Bauch-Ploppen und empfehle Euch für noch mehr Praxistipps ins Experten-Talk Video reinzuschauen.

Bleibt flexibel

Euer Ralf Schmitt und das Team der Impulspiloten

Diese Beiträge könnten Dir auch gefallen:

Online Event – 5 Learnings

Experten-Talk #17: Steuern, Künstler und Geschichten

5 Todsünden eines Moderators